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Flagellation

Posted on 13 Oktober 2013 by Feti

Die Bezeichnung Flagellation stammt vom lateinischen Wort flagellum ab, dass Peitsche bedeutet. Rein sachlich erläutert ist Flagellation körperliche Züchtigung zum Zwecke erotischer Stimulation, geschlechtlicher Erregung. Somit ist Flagellation eine Praktik im Rahmen sadomasochistischer Spiele. Doch echte Flagellanten sehen in dieser bizarren Spielart viel mehr; sie preisen diese Form der sexuellen Stimulierung als extrem lustvoll und für viele von ihnen ist es sogar der einzige Weg, um sexuelle Befriedigung zu erfahren. Natürlich muss Flagellation nicht immer gleich ins Extreme ausarten. Es gibt viele Paare, welche es lieben, die softe Variante dieses erotischen Spieles auszuleben. Sie genießen es ab und zu als eine reizvolle Version unter vielen und wenden dabei unterschiedliche Schlagwerkzeuge an. Ob es die flache Hand oder der Gürtel, die Weidenrute oder gar eine richtige, echte Lederpeitsche sein soll, muss jedes Paar für sich selbst entscheiden.

Flaggelation, auch Geißelung genannt, um das erotische Verlangen eines Sexpartners zu steigern, wird schon von Alters her praktiziert. Bereits der indische Autor Vatsyayana kannte offensichtlich schon die stimulierende Wirkung des Schmerzes und gab vor rund 2.000 Jahren in seinem berühmten Liebeslehrbuch Kamasutra klare Anweisungen für das Schlagen eines Partners während des Liebesaktes.

Hier ein Auszug aus dem Kamasutra zum Thema Peitschenhiebe

Die Körperteile, die aus erotischem Verlangen heraus geschlagen werden können, sind: die Schulter, der Kopf, der Brustkorb zwischen den Brüsten, der Rücken, die Hüften und die Seiten. Solche Schläge können mit dem Handrücken, den Fingern, wie eine Pfote zusammengehalten, mit dem Handballen und der Faust ausgeführt werden. Während des Geschlechtsverkehres ist es üblich, mit dem Handrücken zwischen die Brüste zu schlagen, schneller und schneller entsprechend der steigenden Erregung bis zum Ende des sexuellen Aktes.

Geißelung hatte früher auch eine wichtige Stellung in der Medizin und spiegelt noch heute auch in der Religion eine Rolle. Durch die Schläge sollte und soll ein tranceähnlicher Zustand herbeigeführt werden. Während des griechischen Thessaifestes zu Ehren der Liebesgöttin Aphrodite zum Beispiel wendeten Frauen die Geißelung an, um ihr erotisches Verlangen vor Sexorgien zu steigern. Unfruchtbare griechische Frauen wurden nackt ausgezogen und im Juno-Tempel geschlagen, um ihre Unfruchtbarkeit zu heilen. Von den Fruchtbarkeitsreligionen fand die Flagellation schließlich ihren Weg ins Christentum. Christliche Mönche übernahmen sie als Teil ihrer Selbstkasteiungsriten. Sicherlich spürten die Mönche bereits damals, dass durch die Schläge nicht nur ihre Nähe zu Gott größer, sondern vor allem ihr seuelles Verlangen intensiviert und schließlich auch befriedigt wurde.

Geißelung war in Bordellen jahrhundertelang zur Bekämpfung männlicher Impotenz üblich. Vor allem ältere Freier erigierten oft nur nach intensiver Peitschenbehandlung. Das Prügeln war vor allem in englischen Schulen sehr beliebt. Daher kommt auch die „englische Erziehung“.

Englische Erziehung beziehungsweise Flagellation kann stimulierend wirken, indem sie beim passiven Partner beispielsweise physische Stressreaktionen auslöst, durch die bestimmte körpereigene Hormone oder auch Endorphine ausgeschüttet werden. Diese verursachen einen lustvollen Stimmungsrausch, nach dem sich der Masichist sehnt. Auch die Schmerztoleranzgrenze wird durch die Endorphinausschüttung erhöht.

Zum Bereich der Flagellation gehört auch das Spanking, auf das wir hier als ein Beispiel von vielen Möglichkeiten der körperlichen Züchtigung näher eingehen wollen. Unter Spanking versteht man leichte Schläge, besonders auf den nackten Arsch, um dadurch sexuelle Lust zu erzeugen. Echte Spankingexperten achten besonders auf einen langsamen, gleichmäßigen Schlagrhytmus. Denn das ist wichtig, um auch tieferliegende Nerven zu stimulieren. Beim Spanking kann mit der Hand geschlagen, es können aber auch diverse Schlaginstrumente angewendet werden. Es gibt hier Ruten, Gerten, Rohrstöcke, Paddel oder sogar mit einem Gürtel, Kochlöffel oder Teppichklopfer kann man den Partner stimulieren. Spanking wird beim SM gerne in Rollenspiele mit einbezogen, in denen zum Beispiel eine strenge Erzieherin oder Lehrerin ihren Schüler übers Knie legt und ordentlich drauf haut.

Ein ganz wichtiger Punkt, der hier hervorgehoben werden soll, ist, dass bei der Flagellation niemals Gewalt im Spiel sein darf und sollte. Auch wenn euch das im ersten Moment verwundert. Es geht hier um das Spiel von Dominanz und Unterwerfung, von Schmerz und Lust und nicht etwa um das Ausleben von Gewalt oder um das Abreagieren von Aggressionen am Sklaven oder Partner. Das Schlagen ist hier der Ausdruck von Macht und sexueller Kontrolle. Die Domina muss immer einen klaren Kopf und die Übersicht behalten. Der Sklave ist derjenige, der sich fallenlassen kann in seinem Gefühl, das Schmerz und Lust auf so süße Art und Weise vereint.

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Bondage

Posted on 13 Oktober 2013 by Feti

Bondage ist das englische Wort für Leibeigenschaft oder Gefangenschaft. Inzwischen steht es jedoch als Synonym für Fesselpraktiken. Bondage ist eine der vielen Facetten sadomasochistischer Vorlieben. Bei vielen sexaktiven und erotisch neugierigen Menschen kommt diese besondere Praktik in ihren sexuellen Phantasien vor, der Reiz der Wehrlosigkeit und das Spiel mit dem möglichen Opfer ist stimulierend. Sexuell gesehen steht Bondage für alle Variationen, bei denen der Körper eines freiwilligen Partners durch entsprechende Hilfsmittel fixiert und dessen Bewegungsfähigkeit eingeschränkt wird. Das Spektrum reicht von dem einfachen, per Seidenstrumpf an den Bettpfosten gefesselten Händen bis zur kunstvollen japanischen Form des Love-Bondage, bei der der gesamte Körper des Partners mit Stricken verschnürt oder sogar anschließend hochgehängt wird. Im weitesten Sinne gehören auch Spiele wie Anketten, Anbinden, Verschnüren, Verpacken und Einflechten zum Bondagebereich. Also alle Praktiken, bei denen sich ein devoter Partner freiwillig zum Fixierenlassen zur Verfügung stellt. Egal wie soft oder extrem diese Fesselspiele ausgeführt werden, Grundvoraussetzung ist dabei immer, dass bestimmte Sicherheitsregeln eingehalten werden. Es darf dabei selbstverständlich nicht zu ernsthaften Verletzungen kommen, wie zum Beispiel zu starken Hautabschürfungen, Dehnungen, Verstauchungen oder gar Nervenreizungen oder Strangulationen.

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